Wir leben in einer Welt, die ständig geladen werden muss. Handys, Laptops, Kopfhörer, Tablets, Lampen, Heizungen, Autos, Bahnen, ganze Städte. Alles braucht Energie. Ohne sie würde unser moderner Alltag nicht einfach langsamer werden, sondern fast stehen bleiben.

Energie ist ein unsichtbarer Motor. Wir sehen sie nicht immer, aber sie bewegt fast alles um uns herum. Sie bringt Licht in unsere Zimmer, Wärme in unsere Häuser und Bewegung in unsere Städte. Ohne Energie würde unsere moderne Gesellschaft kaum funktionieren. Wir brauchen sie für Strom, Handys, Computer, Verkehr, Heizung und Industrie. Besonders moderne und industrialisierte Länder verbrauchen sehr viel Energie, weil dort viele technische Geräte, Maschinen und Fabriken zum Einsatz kommen und eine Grundlage des Landes sind. Doch genau hier kommt unsere große Frage auf: Nutzen wir die Energie bewusst oder verschwenden wir sie einfach?

Warum wir immer mehr Energie brauchen – unser Alltag läuft auf Strom

Der weltweite Energieverbrauch steigt immer weiter. Die Weltbevölkerung wächst immer mehr, Menschen nutzen Technik, und viele Geräte brauchen ständig Strom. Smartphones, Computer und Elektrogeräte gehören für uns längst zum Alltag. Auch unsere Verkehrsmittel wie Autos, Flugzeuge und Schiffe benötigen große Mengen an Energie.

Je schneller sich das Rad des technischen Fortschritts dreht, desto bedachter müssen wir als Gesellschaft entscheiden. Denn wenn wir mehr verbrauchen, wird unsere Verantwortung größer.

Aber mit welchen Quellen erreichen wir neue technische Fortschritte?

Praktisch, aber problematisch

Viele Energiequellen, die heute genutzt werden, sind fossile Energieträger. Dazu gehören Kohle, Erdöl und Erdgas. Sie entstammen vor Millionen von Jahren aus abgestorbenen Pflanzen und Tieren. Sie liefern viel Energie und werden deshalb noch immer häufig genutzt. Mit ihnen kann man Strom erzeugen, Häuser heizen oder Fahrzeuge antreiben.

Jedoch hat diese Energie einen hohen Preis. Bei der Verbrennung fossiler Energieträger entsteht viel CO2. Dieses Gas verstärkt den Treibhauseffekt und trägt zum Klimawandel bei. Der Treibhauseffekt ist eigentlich ein natürlicher Prozess, der die Erde warm genug zum Leben macht. Problematisch wird er allerdings, wenn durch den Menschen zu viele Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen.

CO2 oder Methan aus Kraftwerken und Fabriken verschmutzt die Umwelt. Wenn wir so weitermachen, droht der Klimawandel die Erde komplett aus dem Gleichgewicht zu bringen. Extreme Wetterereignisse nehmen immer mehr zu.

Wenn Dominosteine fallen

Besonders gefährlich sind sogenannte Kipppunkte. Man kann sie sich wie Dominosteine vorstellen. Wenn der erste Stein fällt, kann eine ganze Kettenreaktion entstehen, die sich kaum noch stoppen lässt.

Ein Beispiel dafür ist der gefrorene Boden in der Arktis. Wenn dieser Boden auftaut, wird Methan freigesetzt. Methan ist ein Treibhausgas, das die Erderwärmung noch weiter verstärken kann. Dadurch entsteht ein gefährlicher Kreislauf. Die Erde wird wärmer, der Boden taut weiter auf, und noch mehr Treibhausgase gelangen in die Atmosphäre.

Auch die Ozeane leiden unter dem Klimawandel: Sie nehmen viel Wärme auf, werden dadurch wärmer und saurer. Das schadet vielen Meereslebewesen. Besonders Korallenriffe sind gefährdet. Wenn Korallen sterben, verlieren viele Meerestiere ihren Lebensraum.

Wenn Wärme zur Gefahr wird

Doch das alles ist kein Problem, das sich irgendwo weit weg auf einem anderen Planeten ereignet. Der Klimawandel kann auch vor unserer eigenen Haustür spürbar werden. Sommer werden heißer, Böden trocknen aus, Wälder brennen schneller, und nach starkem Regen können Straßen plötzlich unter Wasser stehen.

Dann merkt man: Es geht nicht nur um Eisbären, Korallen oder Bilder aus den Nachrichten. Es geht um unsere Gesundheit, unsere Sicherheit und unseren Alltag. Wenn Hitze für ältere Menschen gefährlich wird, wenn Wasser knapp wird oder Lebensmittel teurer werden, betrifft der Klimawandel nicht mehr nur „die Umwelt“, sondern direkt uns.

Besonders erschreckend ist, dass viele Folgen zuerst leise beginnen. Ein heißerer Sommer, ein ausgetrockneter Fluss, ein Waldbrand, eine schlechte Ernte. Nichts davon wirkt am Anfang wie das Ende der Welt. Aber genau das macht es gefährlich. Die Veränderungen kommen Schritt für Schritt, bis man irgendwann merkt, dass man viel früher hätte handeln müssen.

Vielleicht ist das die eigentliche Warnung: Wir verlieren die Erde nicht an einem einzigen Tag. Wir verlieren sie durch viele kleine Entscheidungen, die wir zu lange für unwichtig halten.

Die Erde ist nicht nur eine Ressource

Wenn man all diese Folgen betrachtet, geht es nicht mehr lediglich um Technik oder Energiequellen. Es stellt sich auch die Frage, wie wir grundsätzlich mit der Erde umgehen. Gehört sie uns wirklich so, dass wir einfach alles verbrauchen dürfen? Oder ist sie eher etwas, das uns anvertraut wurde? Wenn man so darüber nachdenkt, wirkt Energie nicht mehr nur wie Strom aus der Steckdose, sondern wie etwas Wertvolles, mit dem man achtsam umgehen sollte.

Außerdem sind fossile Rohstoffe nicht unbegrenzt vorhanden. Kohle, Erdöl und Erdgas entstehen nicht einfach neu, wenn wir sie verbrauchen. Irgendwann werden sie knapper oder sind aufgebraucht. Viele Länder haben selbst nicht genug fossile Rohstoffe und müssen Energie von anderen Ländern kaufen. Dadurch entstehen Abhängigkeiten, und manchmal führen diese Abhängigkeiten auch zu Konflikten.

Auf der Erde gibt es viel Wasser, Luft, Wärme, viele Rohstoffe und Lebensräume. Aber sie gehört uns nicht einfach, damit wir alles verbrauchen, ohne nachzudenken. Man könnte sagen, dass sie uns anvertraut ist. Genau deshalb sollten wir sorgsam mit ihr umgehen. Der Mensch soll die Schöpfung nicht zerstören, sondern schützen.

Erneuerbare Energien als Chance

Trotz all dieser Probleme gibt es Wege, anders mit Energie umzugehen. Erneuerbare Energien werden deshalb immer wichtiger. Dazu gehören Sonnenenergie, Windenergie und Wasserkraft. Sie heißen erneuerbar, weil sie sich immer wieder erneuern. Die Sonne scheint, der Wind weht, und Wasser bewegt sich. Diese Energiequellen sind umweltfreundlicher als fossile Energieträger.

Solaranlagen wandeln Sonnenlicht in elektrische Energie um. Windräder nutzen die Bewegungsenergie des Windes. Wasserkraftwerke erzeugen Strom durch fließendes Wasser.

Das klingt zuerst nach einer perfekten Lösung. Ganz so einfach ist es aber leider nicht. Die Sonne scheint nicht nachts. Der Wind weht nicht immer gleich stark. Deshalb muss Energie gespeichert werden, damit sie später genutzt werden kann. Dafür verwendet man zum Beispiel Batterien, Wasserstoff- oder Pumpspeicherkraftwerke.

 Technik allein reicht nicht

Auch die Energieumwandlung spielt eine wichtige Rolle. Energie kann nicht verloren gehen, sondern nur von einer Form in eine andere umgewandelt werden. In einem Kohlekraftwerk wird chemische Energie zuerst in Wärmeenergie und danach in elektrische Energie umgewandelt. In Windkraftanlagen wird Bewegungsenergie zu Strom. In Solaranlagen wird die Strahlungsenergie der Sonne in elektrische Energie umgewandelt.

Doch bei jeder Umwandlung geht ein Teil der nutzbaren Energie verloren, meistens als Wärme. Deshalb arbeiten Maschinen und Kraftwerke nie zu 100 Prozent effizient.

Das zeigt, dass Technik viel verbessern kann, doch sie löst nicht alles allein. Auch unser Verhalten entscheidet mit.

Diese Erde ist ein unbezahlbares Geschenk. Jeder Handgriff von uns entscheidet, ob wir sie achten oder ausnutzen, zum Beispiel wenn wir das Licht ausschalten, Ladekabel aus der Steckdose ziehen, bewusster konsumieren. Natürlich rettet eine einzelne Handlung nicht sofort die ganze Welt. Aber viele kleine Entscheidungen können zusammen eine große Wirkung haben. Sie zeigen, ob wir Energie einfach verbrauchen oder ob wir verstanden haben, dass sie wertvoll ist.

Es reicht nicht mehr, über Krisen zu reden. Wir müssen handeln. Verantwortung heißt nicht zu warten, bis andere etwas tun. Verantwortung heißt, dieses Geschenk zu wahren und heute selbst den ersten Schritt zu machen.

Eine Frage der Haltung

Am Ende geht es nicht nur um Strom, Maschinen oder Technik. Es geht um unsere Haltung. Gehen wir achtlos mit der Welt um oder schützen wir das, was uns gegeben wurde? Die Erde ist nicht nur unsere Heimat, sondern auch eine kostbare Ni’ma, also eine göttliche Gnade und ein Geschenk des Schöpfers, das wir mit tiefem Dank bewahren müssen.

Literatur

Die Geschwister Luca und Alicia hatten sich vorgenommen, sich an diesem Wochenende auf eine selbstorganisierte Pfadfindertour zu begeben. Sie waren lange nicht mehr im Wald gewesen und wollten ein wenig die Natur und die Ruhe genießen. Sie packten ihren Rucksack und machten sich mit der Zustimmung ihrer Eltern auf den Weg. Die sportliche Alicia, die liebend gern spazieren ging, genoss die frische Luft im Wald sehr. Es hatte gerade geregnet und der typische Geruch von nasser Erde gefiel den beiden besonders. Um die Route hatte sich Luca gekümmert. Sie war relativ simpel: einfach immer weiter geradeaus, bis das Ende des Waldes ersichtlich ist.

In der Ferne erkannte Luca eine Bank. Sie wanderten schon seit mehreren Stunden, ohne eine Pause eingelegt zu haben. Also fragte Luca Alicia, ob sie denn nicht auf der nächsten Bank eine Pause machen wollen. In dem Augenblick sah Luca eine ältere Oma, die auf die Bank zuging. Luca und Alicia grüßten sie und leisteten der Dame Gesellschaft, welche sich über die Anwesenheit der beiden Geschwister augenscheinlich freute. Luca reichte Alicia der Frau einen Apfel. Daraufhin bat Luca die beiden: „Aber werft die Kerne bitte nicht weg, ja? Die möchte ich hier vergraben.“ Luca grub hinter der Bank ein kleines Loch in die Erde, legte die Kerne dort hinein und füllte das Loch wieder mit Erde. Die alte Dame lächelte und entgegnete Luca: „Du bist ein guter Junge. Das hat mich an etwas erinnert.“ Alicia fragte sofort aufmerksam nach: „Was denn, möchten Sie uns davon erzählen?“ Die alte Dame sagte: „Die Kerne, die ihr eben in die Erde gelegt habt. Die kann man eigentlich recht gut mit uns Menschen vergleichen. Diesen Kernen wird durch Gott eine gewisse Ausrüstung gegeben und ein bestimmtes Schicksal vorbestimmt, damit sie unter der Erde reifen und aus diesem engen Raum ausbrechen können. Ausbrechen in die frische Luft, in der sie zu einem Baum, in ihrer perfekten Form, heranwachsen können. Wenn diese Kerne jedoch ihre Ausrüstungen unter der Erde für schlechte bzw. falsche Dinge nutzen, verfaulen sie in diesem engen Raum unter der Erde. Wenn sie sie jedoch für den guten Zweck nutzen, für den sie erschaffen wurden, dann werden sie aus der Erde hervorkommen und zu Bäumen mit tollen Früchten.“ Alicia verstand, worauf die ältere Dame hinauswollte, und sagte ihr: „Ich verstehe, was Sie meinen. Sie wollen damit sagen, dass auch wir Menschen von einem Schöpfer eine Ausrüstung erhalten haben, unseren Körper, unseren Verstand, und auch abhängig vom Schicksal sind. Wenn wir Menschen also in dieser kleinen, vergänglichen und eigentlich so billigen Welt unsere Ausrüstung nicht angemessen nutzen, würden wir genau wie die Kerne verfaulen und von dieser Welt gehen.“ Die ältere Dame schaute Alicia mit großen Augen an und sprach: „Ja, genau so meinte ich das. Wenn wir uns als Kerne und später als Schösslinge vom Wasser der Religion und dem Licht des Glaubens ernähren, werden wir zu einem wundervollen prachtvollen Baum heranwachsen, der im Diesseits wie auch im Jenseits wunderbare Früchte geben wird. Ein wahrer Fortschritt ist es, wenn das Herz, die Seele, der Verstand und das Vorstellungsvermögen sich dem Jenseits widmen und sich dementsprechend mit ihrer Verantwortung beschäftigen, und das heißt: die Schwäche des Willens überwinden.“ Luca und Alicia schauten sich an. Die ältere Dame hatte sich sehr gut ausgedrückt. Da es langsam dunkel wurde, mussten die beiden Geschwister auch schon langsam nach Hause gehen. Luca bedankte sich bei der alten Dame und sie einigten sich darauf, dass sie sich immer mal wieder an dieser Bank treffen und über alles Mögliche sprechen wollten.

Hast du schon mal von einem Tier gehört, das selbst im Weltall überleben kann? Wenn nicht, dann solltest du jetzt gut aufpassen, denn im Folgenden wird ein Tier beschrieben, das extrem wahnsinnige Bedingungen ertragen kann. Man nennt es auch den „Chuck Norris“ der Tierwelt, es kann nämlich so ziemlich alles überleben. Wir reden vom „Bärtierchen“, auch Tardigrada genannt. Diese ungefähr 0,1 Millimeter großen, wirbellosen Tiere ähneln in ihrer Form einem kleinen dicken Bären bzw. einer Raupe. Aufgrund ihrer winzigen Größe sind sie also lediglich unter dem Mikroskop erkennbar.

Vorkommen und Besonderheiten Diese kleinen Wesen leben nicht wie andere Tiere in ganz bestimmten Ländern oder Regionen. Sie sind fast überall auf der ganzen Welt. Du kannst sie in Moos, Flechten, Sand, Gärten, in den Tiefen des Ozeans – also so ziemlich über all, vom höchsten Berg bis zum tiefsten Meer – antreffen. Alles, was diese Lebewesen brauchen, ist ein kleines bisschen Wasser. Ohne Wasser sterben sie jedoch auch nicht direkt, sondern begeben sich in eine Art „Tiefschlaf“, in dem sie sich zu einer Kugel zusammenrollen. In diesem Zustand ziehen die Bärtierchen ihren Kopf und ihre acht mit Klauen bestückten Beine ein. Ihnen wurde die Fähigkeit verliehen, dass sie dabei ihren Stoffwechsel auf fast 0 % reduzieren und mehrere Jahrzehnte in diesem Zustand ohne Nahrung und Wasser überleben. Während dieses Tiefschlafs wird das Wasser in den Zellen der Tiere mit spezifischen glasähnlichen Proteinen ersetzt, um Zellschäden zu verhindern, welche dem Bärtierchen ansonsten großen Schaden zufügen würden. Diesen Zustand des „Tiefschlafes“ nennt man auch „Tun-Zustand“. Denn das ist die Besonderheit dieser Tiere: extreme Bedingungen aushalten können.ä

Buchstäblich unzerstörbar Der Wissenschaft haben die winzigen Organismen ganz schön zu schaffen gemacht. Sie wurden gekocht, eingefroren, unter Druck gesetzt, erwärmt und allen möglichen extremen Umweltzuständen ausgesetzt, doch vergebens. Ein Exemplar wurde bei einem Experiment über 30 Jahre lang bei -20 Grad tiefgefroren und erwachte dann wieder zum Leben! Es heißt, dass diese wunderbaren Tiere Temperaturen von -200 bis +150 Grad überstehen und tausendfach höhere Strahlungen als der Mensch aushalten können. Auch wenn die Bärtierchen mit bloßem Auge nicht erkennbar sind, haben sie in ihren winzigen Körpern auch ein Nervensystem, Muskeln und einen Verdauungstrakt wie wir Menschen. Sie ernähren sich von Algen oder Bakterien. Sie können auch räuberisch andere kleine Lebewesen jagen und fressen, aber keine Angst, uns Menschen können sie nichts anhaben.

Die besseren Astronauten? Selbst im Weltall können die Bärtierchen besser überleben als wir Menschen. 2007 wurde eine Gruppe Bärtierchen in einem unbemannten Raumfahrzeug auf eine Mission ins Weltall geschickt. Die UV-Strahlen der Sonne sind hier 1000-mal stärker, als wir sie auf der Erde wahrnehmen. Sowohl den UV-Strahlen der Sonne als auch dem Vakuum des Weltalls konnten die Bärtierchen widerstehen. Bei einem gescheiterten Mondlandeversuch einer Raumsonde im Jahre 2019 wurden sämtliche Bärtierchen auf der Mondoberfläche verstreut. Wer weiß, was nun aus ihnen geworden ist, denn eines ist sicher: Sie haben bestimmt auch dort einen Weg gefunden zu überleben.

Literatur