Als wir an einer Stelle vorbeigingen, machte uns unser Fortbildungskoordinator mit einem sehr bemerkenswerten Ton auf ein Geräusch aufmerksam. Alle Beteiligten waren durch das gesamte Geschehen ohnehin schon sehr neugierig, doch in dem Moment, als wir diesem Geräusch, das zuvor noch niemand von uns gehört hatte, einige Sekunden lang lauschten, dachte ich: Hier ist der Ort, an dem das Herz der Erde schlägt! Wir befanden uns am Detektor des LHC (Large Hadron Collider) – des größten Teilchenbeschleunigers der Welt, der am CERN in Genf in der Schweiz steht.

CERN: Auf der Suche nach den Geheimnissen des Universums Die Protonen rasen in nur einer Sekunde rund 10.000 Mal um den gesamten Ring! Wenn sie kollidieren, zerfallen sie in winzige Bruchstücke – in unglaublich viele winzige Bruchstücke, denn im LHC werden so viele Protonen aufeinander geschossen, dass pro Sekunde ungefähr eine Milliarde Teilchenkollisionen entstehen. Protonen werden im LHC in sogenannten Bunches (Paketen) gebündelt. Jeder Strahl besteht dabei aus etwa 2800 solcher Pakete, und jedes Paket enthält ungefähr 1011 Protonen. Diese Pakete kreuzen sich rund 40 Millionen Mal pro Sekunde. Bei jeder dieser Kreuzungen kommt es im Durchschnitt zu 20 bis 40 Proton-Proton-Kollisionen, was insgesamt etwa 600 Millionen bis zu einer Milliarde Kollisionen pro Sekunde ergibt. Diese Kollisionen werden von Physikerinnen und Physikern mit hochpräzisen Messmethoden erfasst und aus unterschiedlichsten Perspektiven analysiert. Ziel ist es unter anderem, bislang unbekannte Teilchen nachzuweisen und neue Erkenntnisse über die Entstehung sowie die Entwicklung des Universums zu gewinnen. Das Forschungszentrum CERN (,,Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire“ – Europäischer Rat für Kernforschung) wurde im Jahr 1954 gegründet, um nach dem Zweiten Weltkrieg die europäische Spitzenforschung in der Physik zu bündeln und eine internationale Zusammenarbeit zu fördern. Der Hauptzweck ist die Grundlagenforschung in der Teilchenphysik – also die Erforschung der kleinsten Bausteine der Materie und der Kräfte, die sie zusammenhalten. Dafür entwickelt und betreibt das CERN große Teilchenbeschleuniger und Detektoren, darunter den weltweit größten, den Large Hadron Collider (LHC). Der LHC ist 27 Kilometer lang und liegt etwa 100 Meter unter der Erde. In ihm beschleunigen elektromagnetische Felder Teilchen fast bis zur Lichtgeschwindigkeit, bevor sie in der Mitte des Detektors aufeinandertreffen.

Das CERN von innen Am CERN arbeiten rund 2600 festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter Physikerinnen und Physiker, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie technische Fachkräfte der HSE Unit. Die Forschungsinfrastruktur erstreckt sich über zwei Hauptstandorte – Meyrin in der Schweiz und Prévessin in Frankreich – sowie mehrere kleinere Einrichtungen rund um den LHC- und SPS-Ring. Darüber hinaus nutzen weltweit über 11.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehr als 110 Ländern die am CERN erzeugten Kollisionsdaten für ihre Forschung. Diese Forschenden wählen selbst, welche Datensätze sie analysieren möchten etwa Kollisionen bestimmter Elementarteilchen. Anschließend erhalten sie diese Daten zur Verfügung gestellt oder für einen bestimmten Zeitraum Zugang vor Ort zur Bearbeitung ihrer Forschung. Neben dem weltweit größten Detektor, dem Large Hadron Collider (LHC), gibt es auf dem CERN-Gelände vier Hauptdetektoren: ATLAS, CMS, ALICE und LHCb. Diese Detektoren übernehmen bei den Kollisionen jeweils sehr spezifische und wichtige Rollen.

Where The Web Was Born (Entstehung des WWW am CERN) Stellen wir uns kurz vor: Jeder Klick, jede Suche, jeder Einkauf – alles hängt vom WWW ab. Unser Alltag ohne das WWW ist kaum noch vorstellbar! Jeder Besuch im Internet – sei es zum Recherchieren, Einkaufen oder Kommunizieren – beginnt mit dem Zugriff auf das World Wide Web, die zentrale Plattform, die Informationen und Dienste weltweit vernetzt und für jeden sofort zugänglich macht. Im März 1989 erstellte der britische Wissenschaftler Tim Berners-Lee beim CERN in Genf seinen wegweisenden Vorschlag „Information Management: A Proposal“. Dieses Dokument legte den Grundstein für das, was später als World Wide Web (WWW) bekannt wurde. Bereits gegen Ende des Jahres 1990 waren der erste Web-Browser, Web-Editor und Web-Server einsatzbereit und funktionsfähig – betrieben auf einem NeXT-Computer beim CERN. Die damals erste Website war unter der Adresse http://info.cern.ch/hypertext/WWW/TheProject.html erreichbar.

Meine Erfahrungen beim CERN! Das CERN-Gelände wirkt auf den ersten Blick überraschend schlicht – funktionale Gebäude, einfache Ausstattung, aber alles ausreichend. Inmitten dieses unspektakulären Alltags begegnet man dennoch bedeutenden Wissenschaftlern ganz beiläufig: Ein Professor der Teilchenphysik hält mir die Tür auf, ohne dass man es sofort merkt. Doch betritt man die Labore, offenbart sich eine ganz andere Welt: modernste Technologie, hochpräzise Geräte und bahnbrechende Experimente. Der Kontrast zwischen Einfachheit und wissenschaftlicher Exzellenz macht das CERN zu einem besonderen Ort. Besonders beeindruckend ist ein Vortrag zur Dunklen Materie. Der Professor beginnt auf Deutsch, wechselt später ins Englische seine Leidenschaft überwindet jede Sprachbarriere. Als er auf meinen Platz zeigt und erwähnt, dass dort letzte Woche ein Nobelpreisträger saß, denke ich über den Antrieb solcher Forscher nach. Was bringt jemanden dazu, Schlaf zu opfern und sich ganz der Teilchenphysik zu widmen? Es sind wohl die tiefe Liebe zur Wissenschaft und der Drang, das Universum zu verstehen. Am CERN arbeiten Menschen aus aller Welt wie in einem Orchester zusammen – jeder bringt sein spezielles „Instrument“ ein: ein deutscher Physiker, ein pakistanischer Ingenieur, ein kanadischer Techniker. Gemeinsam tragen sie zum großen Ziel bei, das Universum besser zu verstehen.

Mehrere wohlverdiente Nobelpreise! Es wurden bislang fünf Nobelpreise für Physik verliehen, die direkt mit Entdeckungen und Entwicklungen am CERN verbunden sind. Diese Auszeichnungen würdigen sowohl theoretische Konzepte als auch bahnbrechende experimentelle Entdeckungen, die unser Verständnis der fundamentalen Kräfte und Teilchen im Universum erheblich erweitert haben. Diese sind:

  1. Theorie der elektroschwachen Wechselwirkung (1979) → Vereinheitlichung der elektromagnetischen und schwachen Wechselwirkung in einer gemeinsamen Theorie.
  2. Entdeckung der W- und Z-Bosonen (1984) Nachweis der Trägerteilchen der schwachen Wechselwirkung, zentral für das Standardmodell der Teilchenphysik.
  3. Entwicklung innovativer Teilchendetektoren (1992) → Einführung neuer Detektortechnologien, die präzise Beobachtungen von Teilchenreaktionen ermöglichen.
  4. Theoretische Vorhersage des Higgs-Mechanismus (2013) Erklärung, wie Elementarteilchen Masse erhalten; später durch das Higgs-Boson experimentell bestätigt.
  5. Grundlagenexperimente zur Quantenverschränkung (2022) → Experimente, die die Quantenmechanik untermauern und moderne Quantentechnologien ermöglichen. Diese fünf Nobelpreise verdeutlichen die herausragende Rolle des CERN in der modernen Physik. Sie unterstreichen sowohl die Bedeutung theoretischer Konzepte als auch die Notwendigkeit innovativer experimenteller Methoden, um die fundamentalen Bausteine des Universums zu entschlüsseln. Das CERN bleibt ein Zentrum wissenschaftlicher Exzellenz und internationaler Zusammenarbeit, das kontinuierlich neue Erkenntnisse liefert und die Grenzen unseres Wissens erweitert. Es ist zugleich ein Ort, an dem Menschen unabhängig von Herkunft, Weltanschauung oder Zugehörigkeit – zusammenkommen, einzig aus Liebe zur Forschung und zum Fortschritt der Wissenschaft, getragen von Freundschaft, Zusammenarbeit, Engagement und Leidenschaft. Und mein Herz ist dort geblieben – an dem Ort, wo das Herz der Erde schlägt!

Anmerkungen

  1. CERN (0. D.): About CERN, in: cern.ch, abgerufen von https://home.web.cern.ch/node/5011.
  2. Lissi Pörnbacher (3.7.2025): Sie haben das Unmögliche gesehen, in: Science Notes, abgerufen von https://sciencenotes.de/elementarteilchen-forschung-quarks/.
  3. Sarah Charley (3.10.2016): LHC Report: LHC smashes old collision records, in: cern.ch, abgerufen von https://home.cern/news/news/accelerators/lhc-report-Ihc-smashes-old-collision-records.
  4. CERN (o. D.): Our People, in: cern.ch, abgerufen von https://home.cern/about/who-we-are/our-people.
  5. CERN (o. D.): Experiments, in: cern.ch, abgerufen von https://home.cern/science/experiments.
  6. CERN (o. D.): Where the web was born, in: cern.ch, abgerufen von https://home.cern/science/computing/where-web-was-born.
  7. CERN (o. D.): December 1990, in: cern.ch, abgerufen von https://timeline.web.cern.ch/worlds-first-browsereditor-website-and-server-go-live-cern.
  8. CERN (o. D.): Two CERN researchers, one Nobel prize, in: cern.ch, abgerufen von https://timeline.web.cern.ch/two-cern-researchers-one-nobel-prize.

WEIT MEHR ALS NUR EIN KULINARISCHES HIGHLIGHT

Der Trüffel ist ein unterirdischer Pilz mit kartoffelähnlichem Aussehen, der in Symbiose mit den Wurzeln bestimmter Pflanzen lebt: in Wäldern mit hochwüchsigen Bäumen wie Kiefer, Eiche, Linde, Tanne und Hasel, in Macchia-Gebieten unter Sträuchern sowie in Steppen und Wüsten an den Wurzeln bestimmter Kräuter. Er besitzt einen kräftigen Geruch und ein unverwechselbares Aroma. Volkstümlich nennt man ihn außerdem „Tochter des Donners“, weil man glaubte, dass er nach Gewittern mit Blitz und Donner häufiger vorkommt.

Die Zusammenarbeit von Trüffelpilzen und Pflanzen Alles Erschaffene ist in ein Gefüge von Kooperation und Zusammenhalt eingebettet. Darin haben auch die Trüffel ihren besonderen Platz. Wenn Pflanzensamen keimen und die Wurzeln zu wachsen beginnen, legen sich die Hyphen (Fäden) der Trüffelpilze wie die Finger eines Handschuhs um die Wurzelspitzen und bilden eine spezielle Struktur: die sogenannte Mykorrhiza. Über diese mykorrhizale Verbindung startet der Nährstoffaustausch zwischen Trüffelpilz und Pflanze. Rund 90 Prozent aller Pflanzen leben mit verschiedenen Pilzarten in Gemeinschaft. Manche Pflanzen sind sogar auf Trüffelpilze angewiesen, um zu überleben. Da Trüffelpilze keine Photosynthese betreiben können, sind sie für organische Nährstoffe von den Pflanzen abhängig. Umgekehrt helfen die Pilze den Pflanzen – besonders in mageren, trockenen Böden dabei, mehr Wasser und Mineralstoffe aufzunehmen. Man schätzt, dass die Gesamtlänge der Pilzfäden in einem einzigen Teelöffel Waldboden mehr als einen Kilometer beträgt. Die Fäden der Trüffel vergrößern die Kontaktfläche zwischen Baumwurzeln und Boden um ein Vielfaches und ermöglichen die Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen aus Bereichen, die für die Wurzeln allein unerreichbar wären. So wird ein einziger Regentropfen, sobald er den Boden trifft, über hauchdünne, kilometerlange Fäden den Pflanzen zugänglich gemacht. Ohne diese Partnerschaft zwischen Trüffelpilzen und Pflanzen könnten Bäume nicht genug Wasser und Mineralien aus dem Boden aufnehmen: Die riesigen Bäume, die wir aus Wäldern kennen, würden sich nicht ausreichend entwickeln und vermutlich eher strauchartig bleiben. Nicht umsonst wird dieses System im Waldboden (Myzel), das Bäume und Pflanzen unter der Erde vernetzt, auch „Wood Wide Web“, also „waldweites Netz“, genannt.

Trüffelpilze und Wildtiere Eine ähnliche Beziehung besteht auch zwischen Trüffelpilzen und den Tieren des Waldes. Da viele Wildtiere nachtaktiv sind und wenig Sonnenlicht abbekommen, decken sie ihren Bedarf an Vitamin D über Trüffelpilze, die zugleich eine wichtige Nahrungsquelle sind. Studien aus den USA und Australien zeigen in den letzten Jahren, dass einige Wildtierarten ihr Leben sogar ausschließlich vom Verzehr von Trüffelpilzen bestreiten. Pilze mit Hut, die an der Bodenoberfläche leben, können ihre Art erhalten, indem sie Milliarden von Sporen in die Umgebung abgeben. Die Sporen unterirdisch wachsender Pilze bleiben dagegen im Gewebe des Pilzes eingeschlossen. Damit diese Sporen aus dem Pilzgewebe heraus- und in die Umgebung gelangen, muss ein Tier den Pilz finden und an die Oberfläche holen. Dass Wildtiere die unterirdischen Trüffelpilze überhaupt aufspüren, liegt an deren sehr intensiven Düften, die sie in die Umgebung abgeben und die Tiere anlocken. Weil Wildtiere besonders empfindlich auf diesen starken Geruch reagieren, graben sie den Boden auf und fressen die Trüffel. Die Sporen passieren den Verdauungstrakt und werden wieder ausgeschieden; sie keimen, bilden neue Fäden und gehen erneut eine Partnerschaft mit Pflanzen ein. So weiten die Pilze ihren Lebensraum aus und können ihren Fortbestand sichern. In einer Studie in Nordamerika wurde festgestellt, dass zahlreiche Arten von Mäusen, Eichhörnchen, Bären, Hirschen, Kaninchen, Stachelschweinen und Vögeln Trüffel fressen; in Australien konsumieren diese ebenfalls einige Affen-, Känguru- und Vogelarten. Der Schutz der immer seltener werdenden Tierarten hängt auch davon ab, die Vielfalt der Trüffelarten zu bewahren. In diesem Sinne sind Trüffel in natürlichen Lebensräumen die den Wildtieren vom Schöpfer zuteilgewordene Nahrung. Überliefert ist, dass Bediüzzaman seine Schüler davon abhielt, die vielen Äpfel und Birnen zu essen, auf die sie in den Bergen stießen, und dazu sagte: „Unser Anteil liegt in Anbauflächen und Gärten. Unseren Lebensunterhalt hat der Erhabene dort bestimmt. Diese wilden Früchte sind die Nahrung der Wildtiere. Wir sollten nicht in ihren Anteil eingreifen.“ Diese Haltung kann als wegweisendes Verständnis für nachhaltige Forstwirtschaft und den Schutz von Ökosystemen gelten.

Nährwert und medizinischer Nutzen Trüffelpilze sind im Vergleich zu anderen Pilzen reicher an Proteinen und Mineralstoffen. Zusammensetzung: 53-76% Wasser, 9% Protein, 7% Kohlenhydrate und 8% Mineralstoffe. Neben ihrem hohen Nährwert zeichnet sie vor allem eines aus, das sie über andere Pilze stellt: ihre besonderen aromatischen Verbindungen. Aufgrund dieses einzigartigen Aromas ziehen sie viele Gourmets an und haben in anspruchsvollen Küchen einen besonderen Platz. Seit sehr früher Zeit glaubt man an die medizinischen Vorteile der Trüffel. So ist bekannt, dass Ibn Sīnā (Avicenna) sie bei Schwäche, Erbrechen, Schmerzen und zur Wundheilung empfohlen hat. In einer Aussage des Propheten heißt es: „Trüffel sind eine Art von Himmelsmanna; ihr Wasser ist Heilung für das Auge.“ Das Vertrauen in das Potenzial der Trüffel als Nahrungsmittel fand auch in der christlichen Welt Widerhall. So ist überliefert, dass Papst Gregor IV. (827-844) Trüffel empfahl, um in Kriegszeiten Kraft zu gewinnen. Aktuelle wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Trüffel einige für die menschliche Gesundheit bedeutsame Verbindungen enthalten. Eine 2016 veröffentlichte Arbeit war dabei ein wichtiger Schritt: Sie belegte, dass ein aus Trüffelpilzen gewonnener Extrakt Augeninfektionen behandeln kann.

Wirtschaftlicher Wert Die Menge an Trüffeln mit Handelswert, die weltweit aus natürlichen Beständen gesammelt wird, nimmt stetig ab. 1884 lag die Erntemenge aus solchen Gebieten noch bei 2000 Tonnen, 1990 nur noch bei 100 Tonnen; heute sind es rund 40 Tonnen. Hauptgründe für diesen Rückgang sind die Zerstörung der natürlichen Trüffelhabitate (vor allem Eichenwälder), Klimaveränderungen, Umweltverschmutzung, globale Erwärmung und unsachgemäßes Sammeln. Trotz der drastisch sinkenden Wildernte steigt die Nachfrage weiter. Deshalb erzielen Trüffel heute – je nach Art und Qualität – Preise zwischen 250 und 4000 US-Dollar pro Kilogramm.

Wie werden Trüffelpilze kultiviert? Unter heutigen Bedingungen braucht es eine gezielte Kultivierung; wer Trüffel essen möchte, sollte die gewünschten Arten selbst anbauen. Die erste Idee zur Trüffelproduktion geht auf den französischen Bauern Joseph Talon zurück. Anfang des 19. Jahrhunderts säte Talon in natürlichen Trüffelgebieten mit Eichenbeständen neue Eicheln aus. Die im Boden vorhandenen Trüffelfäden besiedelten die Wurzeln der heranwachsenden Eichensetzlinge, wodurch die Trüffelproduktion in diesen Flächen zunahm. In den folgenden Jahren pflanzte er solche Setzlinge auch in andere Böden und schuf so neue Trüffelstandorte. Die „Talon-Methode“ wird bis heute verwendet. Als in den 1960er Jahren die Erträge aus natürlichen Beständen stark einbrachen, wurde an neuen Verfahren geforscht. In den 1970er Jahren erzielten französische und italienische Wissenschaftler große Erfolge: Eichensetzlinge wurden mit Trüffelsporen beimpft und in Gewächshäusern so kultiviert, dass sich an den Wurzeln ausschließlich die gewünschte Trüffel-Mykorrhiza (eine Symbiose bzw. ein Zusammenleben zwischen Pilzen und Pflanzenwurzeln, bei der bzw. dem sich das Pilzgeflecht mit den Feinwurzeln der Pflanze verbindet) ausbildete. Nachdem die Besiedlung gesichert war, pflanzte man die Setzlinge ins Freiland; nach vier bis fünf Jahren konnte erstmals geerntet werden. Dank dieser Methoden wird Trüffel inzwischen auch in Ländern ohne natürliche Vorkommen angebaut etwa in Australien, den USA und Neuseeland.

Ernte der Trüffel Trüffel zu sammeln, ist ein bisschen wie Äpfel pflücken mit dem Unterschied, dass die Trüffel an den Wurzeln des Baumes geerntet werden. Weil die Pilze unter der Erde wachsen, ist es schwer zu erkennen, ob sie reif sind. Werden Trüffel zu früh aus dem Boden geholt, verlieren sie deutlich an Wert. Deshalb setzt man bei der Suche speziell ausgebildete Hunde ein. Diese sind auf den Trüffelduft trainiert und zeigen nur Stellen an, an denen reife, ausreichend aromatische Trüffel liegen. Die Hunde werden mit Belohnungen motiviert: Finden sie kleine, wenig aromatische Trüffel, fällt die Belohnung klein aus; entdecken sie große, reife Exemplare, gibt es eine größere Belohnung. So arbeiten die Tiere besonders zuverlässig und mit hoher Trefferquote.

Literatur

  • Alhussaini, M. S., Saadabi, A. M., Hashim, K., Al-Ghanayem, A. A.: Efficacy of the Desert Truffle Terfezia claveryi to Cure Trachoma Disease with Special Emphasis on Its Antibacterial Bioactivity, in: Trends in Medical Research 11, 1 (2016) S.28-34.
  • Bukhārī, 5708; Muslim, 2049; Ebū Dāwüd, Tıb, 12; İbn Mādsche, Tıb, 8.
  • Hall, I. R., Brown, G. T., Zambonelli, A.: Taming the Truffle: The History, Lore, and Science of the Ultimate Mushroom, Portland 2008.
  • Şahiner Necmeddin: Son Şahitler 1: Bediüzzaman Said Nursi’yi Anlatıyor, Istanbul 2011, S. 113.
  • Trappe, J. M. & Claridge, A. W.: The Hidden Life of Truffles, in: Scientific American 302, 4 (2010), S. 78-84.
  • Wedén, C.: Tryffel, Stockholm 2008.

Eine Inspiration fu00fcr kommende Generationen Es sind die Liebe zur Wahrheit und der Glaube an die Mu00f6glichkeit, die Welt zu veru00e4ndern, die Menschen wie Aziz Sancar antreiben. Und es sind diese Liebe und Hingabe zur Wissenschaft und Menschheit, die auch in Zukunft die grou00dfen Entdeckungen unserer Zeit hervorbringen werden er ist ein leuchtendes Beispiel fu00fcr junge Menschen, die heute in die Welt der Wissenschaft eintauchen.

Die Geschwister Luca und Alicia hatten sich vorgenommen, sich an diesem Wochenende auf eine selbstorganisierte Pfadfindertour zu begeben. Sie waren lange nicht mehr im Wald gewesen und wollten ein wenig die Natur und die Ruhe genießen. Sie packten ihren Rucksack und machten sich mit der Zustimmung ihrer Eltern auf den Weg. Die sportliche Alicia, die liebend gern spazieren ging, genoss die frische Luft im Wald sehr. Es hatte gerade geregnet und der typische Geruch von nasser Erde gefiel den beiden besonders. Um die Route hatte sich Luca gekümmert. Sie war relativ simpel: einfach immer weiter geradeaus, bis das Ende des Waldes ersichtlich ist.

In der Ferne erkannte Luca eine Bank. Sie wanderten schon seit mehreren Stunden, ohne eine Pause eingelegt zu haben. Also fragte Luca Alicia, ob sie denn nicht auf der nächsten Bank eine Pause machen wollen. In dem Augenblick sah Luca eine ältere Oma, die auf die Bank zuging. Luca und Alicia grüßten sie und leisteten der Dame Gesellschaft, welche sich über die Anwesenheit der beiden Geschwister augenscheinlich freute. Luca reichte Alicia der Frau einen Apfel. Daraufhin bat Luca die beiden: „Aber werft die Kerne bitte nicht weg, ja? Die möchte ich hier vergraben.“ Luca grub hinter der Bank ein kleines Loch in die Erde, legte die Kerne dort hinein und füllte das Loch wieder mit Erde. Die alte Dame lächelte und entgegnete Luca: „Du bist ein guter Junge. Das hat mich an etwas erinnert.“ Alicia fragte sofort aufmerksam nach: „Was denn, möchten Sie uns davon erzählen?“ Die alte Dame sagte: „Die Kerne, die ihr eben in die Erde gelegt habt. Die kann man eigentlich recht gut mit uns Menschen vergleichen. Diesen Kernen wird durch Gott eine gewisse Ausrüstung gegeben und ein bestimmtes Schicksal vorbestimmt, damit sie unter der Erde reifen und aus diesem engen Raum ausbrechen können. Ausbrechen in die frische Luft, in der sie zu einem Baum, in ihrer perfekten Form, heranwachsen können. Wenn diese Kerne jedoch ihre Ausrüstungen unter der Erde für schlechte bzw. falsche Dinge nutzen, verfaulen sie in diesem engen Raum unter der Erde. Wenn sie sie jedoch für den guten Zweck nutzen, für den sie erschaffen wurden, dann werden sie aus der Erde hervorkommen und zu Bäumen mit tollen Früchten.“ Alicia verstand, worauf die ältere Dame hinauswollte, und sagte ihr: „Ich verstehe, was Sie meinen. Sie wollen damit sagen, dass auch wir Menschen von einem Schöpfer eine Ausrüstung erhalten haben, unseren Körper, unseren Verstand, und auch abhängig vom Schicksal sind. Wenn wir Menschen also in dieser kleinen, vergänglichen und eigentlich so billigen Welt unsere Ausrüstung nicht angemessen nutzen, würden wir genau wie die Kerne verfaulen und von dieser Welt gehen.“ Die ältere Dame schaute Alicia mit großen Augen an und sprach: „Ja, genau so meinte ich das. Wenn wir uns als Kerne und später als Schösslinge vom Wasser der Religion und dem Licht des Glaubens ernähren, werden wir zu einem wundervollen prachtvollen Baum heranwachsen, der im Diesseits wie auch im Jenseits wunderbare Früchte geben wird. Ein wahrer Fortschritt ist es, wenn das Herz, die Seele, der Verstand und das Vorstellungsvermögen sich dem Jenseits widmen und sich dementsprechend mit ihrer Verantwortung beschäftigen, und das heißt: die Schwäche des Willens überwinden.“ Luca und Alicia schauten sich an. Die ältere Dame hatte sich sehr gut ausgedrückt. Da es langsam dunkel wurde, mussten die beiden Geschwister auch schon langsam nach Hause gehen. Luca bedankte sich bei der alten Dame und sie einigten sich darauf, dass sie sich immer mal wieder an dieser Bank treffen und über alles Mögliche sprechen wollten.

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