Ein Überlebenskünstler: Das BÄRTIERCHEN

Das Bärtierchen

Hast du schon mal von einem Tier gehört, das selbst im Weltall überleben kann? Wenn nicht, dann solltest du jetzt gut aufpassen, denn im Folgenden wird ein Tier beschrieben, das extrem wahnsinnige Bedingungen ertragen kann. Man nennt es auch den „Chuck Norris“ der Tierwelt, es kann nämlich so ziemlich alles überleben. Wir reden vom „Bärtierchen“, auch Tardigrada genannt. Diese ungefähr 0,1 Millimeter großen, wirbellosen Tiere ähneln in ihrer Form einem kleinen dicken Bären bzw. einer Raupe. Aufgrund ihrer winzigen Größe sind sie also lediglich unter dem Mikroskop erkennbar.

Vorkommen und Besonderheiten Diese kleinen Wesen leben nicht wie andere Tiere in ganz bestimmten Ländern oder Regionen. Sie sind fast überall auf der ganzen Welt. Du kannst sie in Moos, Flechten, Sand, Gärten, in den Tiefen des Ozeans – also so ziemlich über all, vom höchsten Berg bis zum tiefsten Meer – antreffen. Alles, was diese Lebewesen brauchen, ist ein kleines bisschen Wasser. Ohne Wasser sterben sie jedoch auch nicht direkt, sondern begeben sich in eine Art „Tiefschlaf“, in dem sie sich zu einer Kugel zusammenrollen. In diesem Zustand ziehen die Bärtierchen ihren Kopf und ihre acht mit Klauen bestückten Beine ein. Ihnen wurde die Fähigkeit verliehen, dass sie dabei ihren Stoffwechsel auf fast 0 % reduzieren und mehrere Jahrzehnte in diesem Zustand ohne Nahrung und Wasser überleben. Während dieses Tiefschlafs wird das Wasser in den Zellen der Tiere mit spezifischen glasähnlichen Proteinen ersetzt, um Zellschäden zu verhindern, welche dem Bärtierchen ansonsten großen Schaden zufügen würden. Diesen Zustand des „Tiefschlafes“ nennt man auch „Tun-Zustand“. Denn das ist die Besonderheit dieser Tiere: extreme Bedingungen aushalten können.ä

Buchstäblich unzerstörbar Der Wissenschaft haben die winzigen Organismen ganz schön zu schaffen gemacht. Sie wurden gekocht, eingefroren, unter Druck gesetzt, erwärmt und allen möglichen extremen Umweltzuständen ausgesetzt, doch vergebens. Ein Exemplar wurde bei einem Experiment über 30 Jahre lang bei -20 Grad tiefgefroren und erwachte dann wieder zum Leben! Es heißt, dass diese wunderbaren Tiere Temperaturen von -200 bis +150 Grad überstehen und tausendfach höhere Strahlungen als der Mensch aushalten können. Auch wenn die Bärtierchen mit bloßem Auge nicht erkennbar sind, haben sie in ihren winzigen Körpern auch ein Nervensystem, Muskeln und einen Verdauungstrakt wie wir Menschen. Sie ernähren sich von Algen oder Bakterien. Sie können auch räuberisch andere kleine Lebewesen jagen und fressen, aber keine Angst, uns Menschen können sie nichts anhaben.

Die besseren Astronauten? Selbst im Weltall können die Bärtierchen besser überleben als wir Menschen. 2007 wurde eine Gruppe Bärtierchen in einem unbemannten Raumfahrzeug auf eine Mission ins Weltall geschickt. Die UV-Strahlen der Sonne sind hier 1000-mal stärker, als wir sie auf der Erde wahrnehmen. Sowohl den UV-Strahlen der Sonne als auch dem Vakuum des Weltalls konnten die Bärtierchen widerstehen. Bei einem gescheiterten Mondlandeversuch einer Raumsonde im Jahre 2019 wurden sämtliche Bärtierchen auf der Mondoberfläche verstreut. Wer weiß, was nun aus ihnen geworden ist, denn eines ist sicher: Sie haben bestimmt auch dort einen Weg gefunden zu überleben.

Literatur